Der Ursprung der Sprache

Wie entsteht eigentlich eine Sprache? Und kann sich in unserer modernen Welt überhaupt noch eine neue Sprache entwickeln? Diesen Fragen ist jetzt eine Forschungsgruppe am Max-Plank-Institut für Menschheitsgeschichte auf den Grund gegangen. Konkret möchten die Wissenschaftler herausfinden, wie sich ursprüngliche Kommunikationsmethoden zu realen und vollständigen Sprachen entwickeln konnten.

Um erste Anhaltspunkte zu erhalten, gehen die Forscher des Institunts ganz neuen Wege. Sie haben eine App entwickelt, in der die Spieler anhand von Symbolen eine Farbe beschreiben sollen. Dabei kann man entweder selber ein Farbrätsel erstellen oder die Farbrätsel anderer Mitspieler lösen. Richtige oder falsche Antworten gibt es dabei nicht. Das klingt vielleicht zu Beginn etwas ungewöhnlich, scheint aber tatsächlich zu funktionieren. So scheinen die zu Beginn willkürlich ausgewählten Symbole mit der Zeit immer stärker an Bedeutung zu gewinnen und zu vergleichbaren Assoziationen zu den wählbaren Farben zu führen.

Wer mehr über das Spiel und die Idee dahinter erfahren möchte, sollte sich den entsprechenden Artikel auf den Seiten des Instituts durchlesen. Dort findet ihr auch den entsprechenden link zum App-Store für Apple oder zum Play-Store für Android um euch die App kostenlos herunterladen zu können.

Quelle: https://www.mpg.de/12037745/color-game-app-sprachforschung

Der Rubel rollt

Die weltweite Wirtschaft scheint aus den Fugen zu geraten und die unterschiedlichsten Währungen sind derzeit in aller Munde. Aber woher kommen die Namen der einzelnen Währungseinheiten? Was hat der Dollar mit Slowenien zu tun? Und wieso bezieht sich die Lira auf das Wiegen von Waren?

Fangen wir am Besten von vorne an. Der Tausch von Gütern zu vorher vereinbarten Konditionen ist vermutlich so alt wie die Menschheit selbst. Bereits 2000 Jahre v.d.Z. wurden Schnecken oder Muscheln als Zahlungsmittel in China verwendet. Schon zu diesem Zeitpunkt soll es übrigens auch das erste Falschgeld gegeben haben.

Im europäischen Sprachraum hat sich die Entwicklung von Münzgeld seit dem 7. Jhdt. v.d. Z. entwickelt. Durch die Erkenntnis, dass es nun eine verbindliche und einheitliche Tauschwährung gab, die einen festen Wert besitzt, hat sich das Produkt Münzgeld schnell durchsetzen können. Woher kommen nun aber die verschiedenen Namen für unsere Währung?

Fangen wir mal mit der guten alten Mark an. Hier gibt es zwei Erklärungen über den Ursprung. Zum einen könnte der Begriff auf die alte germanische Wurzel <marka> zurückgeführt werden, die mit Teilung oder Geteiltes übersetzt werden kann. Eine weitere mögliche Erklärung ist, dass früher die Gewichtstücke zum Wiegen von Waren mit einer Marke versehen worden sind. Diese Gewichtstücke wurden genutzt um den Wert der Ware festzulegen, sodass sich im weiteren Verlauf die Bezeichnung Mark für eine Geldeinheit durchgesetzt hat.

Der Dollar hat seinen Ursprung ebenfalls im deutschen Sprachraum, er leitet sich von dem Taler ab. Dieser wiederum hat seinen Namen vermutlich daher, dass er ursprünglich im Joachimstal (jetzt Tschechische Republik) hergestellt wurde. Er war also ein „Joachimstaler“.

Interessant ist die Verbindung zwischen dem ehemaligen österreichischen Schilling und dem ehemaligen portugiesischen Escudo. Beide könnten sich aus den jeweiligen Begriffen für „Schild“ herleiten. So lässt sich der Escudo vom lateinischen <scutum> ableiten, während der Shilling sich aus dem germanischen <*skildulingaz> entwickelt haben könnte.

Zuletzt ein Beitrag aus dem fernen Asien. Der japanische Yen hat seinen Ursprung in der chinesischen Sprache. Dort bezeichnet der Begriff <yuan> lediglich einen runden Gegenstand. Theoretisch könnt somit jeder Knopf als Yen genutzt werden. Ob die Händler diesen jedoch als Zahlungsmittel akzeptieren, sei an dieser Stelle mal offen gelassen.

 

 

Eine (kleine) Trendwende?

Seit längerer Zeit geht man in der Wissenschaft davon aus, dass die Anzahl der Sprachen weltweit immer weiter abnimmt. Aktuell liegt die Anzahl der gesprochenen Sprachen laut Ethnologue, einem linguistischen Sammelwerk  das sich darum bemüht alle Sprachen der Welt zu klassifizieren, bei 7102 Einzelsprachen.

Demnächst könnte wieder eine neue Sprache hinzu kommen. In dem Vielsprachenstaat wurde jetzt von Wissenschaftlern eine Sprache entdeckt, die von etwa 280 Personen gesprochen wird. Die Sprache, Jedek, unterscheidet sich von allen anderen Sprachen, die in dem Gebiet gesprochen werden, sodass sie von den Entdeckern als eigenständige Sprache und nicht als Dialekt eingestuft werden konnte.

Aufgrund der geringen Sprecherzahl ist es allerdings unwahrscheinlich, dass Jedek noch lange überleben wird. Bleibt nur zu hoffen, dass die Klassifikation früh genug abgeschlossen sein wird, bevor alle Sprecher*Innen verstorben sind.

Alles neu macht der Mai

…so heißt es zumindest in einem Volkslied. Entstanden ist der Monatsname allerdings schon bereits im alten Rom. Dort wurde der Monat mit der Göttin des Wachstums und des Frühlings, Maia in Verbindung gebracht. Der Begriff „Wonnemonat“ leitet sich übrigens nicht von dem Wort Wonne, also große Freude ab, sondern geht auf das althochdeutsche Wort „winnimānōd“ zurück was soviel wie Weidemonat bedeutet. Schon früh war es in diesem Monat üblich, das Vieh vom Stall auf die Weite zu schicken, wo es dann den Sommer über verbringen konnte. 

Übrigens, nicht in allen europäischen Sprachen ist der Monat als „Mai“ oder eine ähnlich klingende Variation bekannt. Im Tschechischen nennt man den Monat „Kveten“ genannt, was sich aus dem Wort „kvet“ für Blüte ableitet. Die Finnen nennen den Monat „toukokuu“, womit die Zeit der Aussaat gemeint ist. Der irische Begriff „Bealtaine“ hingegen hat einen keltischen Ursprung und bezeichnete dort ein Frühlings- und Fruchtbarkeitsfest. 

Wie auch immer ihr den Monat bezeichnet, ich hoffe ihr seid gut hinein gekommen und könnt heute einen schönen 1. Mai genießen.

 

Zahlen, bitte!

Huch, da ist mir doch fast ein kleines Jubiläum durch die Finger gerutscht. Am Wochenende durfte dieser kleine Blog seinen 10.000 Aufruf feiern. Nicht, dass es etwas Besonderes wäre, aber ich nehme dieses Jubiläum doch gerne zum Anlass um mich ein wenig mit der Welt der Zahlen zu beschäftigen.

Unser Zahlensystem im Bereich der größeren Zahlen ist in einem Dreiersystem aufgebaut.
10³ = 1000 („eintausend“)
10^6 = 1.000.000 („eine Million“)
10^9 = 1.000.000.000 („eine Milliarde“) usw.

Wusstet ihr aber auch, dass es einen eigenen Begriff für 10^4, also „zehntausend“ gibt?
Die so genannte Myriade zählte im alten Griechenland als Maßeinheit für eben diese Zahl, die sich auch in dem Begriff der „oberen Zehntausend“ wiederfindet.
Eine Zählweise, die sich  hat sich übrigens bis heute die 10.000 als Maßstab für größere Zahleinheiten festgesetzt. So werden größere Geldbeträge in Einheiten zu mehreren wan oder man angegeben, wobei 1 wan wieder 10.000 Einheiten entspricht.

Der japanische Begriff Banzai! heißt übersetzt in etwa soviel wie „10.000 Jahre!“ und bezeichnet den Wunsch nach 10.000 Jahren Glück.

Mal sehen, ob sich dieser Blog als Relikt auch so lange hält. Wir werden es sicherlich nicht mehr miterleben aber interessant ist diese Vorstellung schon.

Das doppelte LottCHen

Wisst ihr, was die Wörter „ich“, „möchte“ und „reich“ auf der einen Seite und „ach“, „Buch“, und „Flucht“ auf der anderen Seite gemeinsam haben? Sie gehören zu den deutschen Wörtern, die mit einem so genannten Allophon gebildet werden. Als Allophon bezeichnet man die „lautliche Variante eines Phonems“ wobei ein Phonem gleichzusetzen ist mit einem bestimmten Laut in einer Sprache, in diesem Fall also dem „ch-Laut“.
 In der Lautschrift werden diese Phoneme als [ç]  oder stimmloser palataler Frikativ für den „ich-Laut“ und [χ] oder stimmloser uvularer Frikativ für den „ach-Laut“ bezeichnet.

 Die Besonderheit bei den Allophonen ist, dass sie theoretisch untereinander ausgetauscht werden könnten, ohne, dass das gesagte Wort seine Bedeutung verändern würde. Da wir Menschen allerdings faul sind, auch in der Sprache, haben wir uns in der deutschen Sprache angewöhnt, den stimmlosen palatalen Frikativ nach den vorderen Vokalen ( e- und i-Laute) und den stimmlosen uvularen Frikativ nach allen hinteren Vokalen (a-, o-, und u-Laute) zu benutzen. Vielleicht achtet ihr das nächste Mal darauf, wo ihr im Mund ein „ch“ produziert, und versucht, das jeweils andere „ch“ zu verwenden. Ihr werdet merken, dass es einen Unterschied gibt, und dass es gar nicht so leicht ist, den jeweils umgekehrten Laut zu verwenden.

Isoliert aber nicht alleine

Baskisch gehört zu einer der wenigen Sprachen auf der Welt, die keiner Sprachfamilie zugeordnet werden können. Ich bin durch Zufall auf einige Besonderheiten dieser Sprache hingewiesen worden und muss gestehen, dass mich die Sprache ein wenig fasziniert hat. Vielleicht werde ich mich demnächst mal ausführlicher mit der Sprache beschäftigen, hier sind erst einmal ein paar grundlegende Fakten dazu:

Innerhalb der europäischen Sprachfamilie besitzt die Sprache  einen Sonderstatus, da alle anderen Sprachen einer der größeren Sprachfamilien zugeordnet werden können. Insgesamt sprechen etwas über 1,8 Mio. Personen die Sprache von denen rund 750.000 im baskischen Urpsrungsgebiet im Nordwesten Spaniens in den Pyrenäen leben.

Eine der besonderen Eigenschaften der Sprache ist die, dass sie zu den so genannten Ergativ-Sprachen gehört. Das bedeutet, dass in dieser Sprache keine grammatikalischen Fälle wie in der deutschen Sprache existieren. Stattdessen wird das Subjekt in einem Satz mit zwei Komponenten (transitiv) in der Ergativ-Form und das Objekt in der Absolutiv-Form geschrieben, während in einem intransitiven Satz mit nur einer Komponente das Subjekt die Absolutiv-Form einnimmt.

Eine weitere Besonderheit dieser Sprache ist die Gruppenflexion, die sich jedoch auch in einigen Turksprachen wie dem Türkischen wiederfindet. So werden Verben mit den dazugehörigen Pronomina zusammengefasst und können so in einem Wort einen ganzen transitiven Satz in der Form „Er streichelt den Hund“ oder ditransitiven Satz in der Form „Sie gibt ihm den Brief“ ausdrücken.

Vermutlich gibt es noch einige interessante Eigenschaften mehr, die diese Sprache besonders macht. Mit Sicherheit ist mein Interesse an der baskischen Sprache und Kultur geweckt worden. Mal sehen, was es noch zu entdecken gibt. Bis dahin verabschiede ich mich wieder mit einem
„Agur!“ (baskisch für „Bis bald“)